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Position zur Altkunststoffsammlung

Die österreichische Kunststoffwirtschaft bekennt sich dazu, Altkunststoffe einer sinnvollen Verwertung zuzuführen. Dabei sollten folgende Grundsätze Beachtung finden:

  • Altkunststoffe können werkstofflich, rohstofflich oder energetisch verwertet werden. Diese Verfahren sind grundsätzlich als gleichwertig zu beurteilen.
    Welches Verfahren konkret gewählt wird, ist im Einzelfall zu entscheiden. Bei der Entscheidung sind im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens ökologische und wirtschaftliche Aspekte in Einklang zu bringen: Je sauberer und sortenreiner Altkunststoffe anfallen, desto sinnvoller ist werkstoffliches Recycling. Für sehr stark verschmutzte oder vermischte Altkunststoffe bieten rohstoffliche oder energetische Verfahren in der Regel Vorteile.
  • Um technische Innovationen nicht zu behindern und das flexible Reagieren auf sich ändernde Rahmenbedingungen zu erleichtern, sind freiwillige Maßnahmen zur Verwertung von Altkunststoffen zu fördern. Legistische Regelungen sind in Anbetracht bestehender Verordnungen entbehrlich. Hinsichtlich des werkstofflichen Recyclings ist spezifischen Branchenlösungen gegenüber allumfassenden Kunststoffverwertungs-Gesamtkonzepten der Vorrang zu geben.

Erläuterungen

Kunststoffe werden aus Erdöl erzeugt und in vielfältigen Bereichen eingesetzt. Im Sinne einer möglichst effizienten Nutzung von Rohstoffen sollen sie nach ihrem Gebrauch weiter- oder wiederverwendet werden. Europaweit wurden 1999 bereits 32 Prozent der verfügbaren Kunststoffabfälle - mehr als 6 Millionen Tonnen - wiederverwertet. 1,8 Millionen Tonnen davon wurden werkstofflich verwertet - gegenüber 1998 ein Plus von 11,5 Prozent. Rohstoffliches Recycling auf großtechnischem Niveau erfolgt derzeit nur in Deutschland, rund 346.000 Tonnen Kunststoffe wurden 1999 auf diese Weise verwertet. 4 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle wurden einer energetischen Verwertung zugeführt.

Die stoffliche Verwertung

Die Österreichische Kunststoffwirtschaft forciert die werkstoffliche Wiederverwertung, wo sie ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Der Schwerpunkt wird auf klar definierten Abfallströmen mit möglichst einheitlicher Zusammensetzung liegen.

Die Zusammenarbeit mit Abfallmanagement- und Verwertungsunternehmen, als Partner für die Sammlung, Sortierung und Verarbeitung der Altkunststoffe, ist Voraussetzung für die Produktion von marktfähigen, bedarfsgerechten Sekundärgranulaten und den Aufbau von dauerhaften Materialkreisläufen.

Untersuchungen der vergangenen Jahre zeigen aber, dass werkstoffliches Recycling Grenzen hat, bei deren Überschreitung keine weiteren Vorteile für die Umwelt mehr zu erzielen sind. Dies tritt ein, sobald der für die Sammlung, die Trennung und die Reinigung erforderliche Aufwand die Ressourcenschonung durch Recycling übersteigt und/oder der ökonomische Aufwand überproportional ansteigt. Für die Verwertung von Kunststoffverpackungen liegt diese Grenze bei etwa 15 Prozent der Altverpackungen.*

Rohstoffrecycling und energetische Verwertung sind daher zur stofflichen Verwertung gleichwertig und notwendige Bestandteile einer integrativen Abfallverwertungsstrategie, mit dem Ziel, das Verwertungspotenzial von Kunststoffabfällen möglichst vollständig auszuschöpfen.

Die energetische Verwertung

Wo die stoffliche Wiederverwertung ökologisch oder ökonomisch keine sinnvolle Lösung bietet, unter-stützt die österreichische Kunststoffwirtschaft die Nutzung der Abfälle zur Energiegewinnung. Für stark verschmutzte oder kleinteilige, vermischte Fraktionen ist das meist der sinnvollste Weg. Für Altkunststoffe mit Zusätzen, die heute nicht mehr Stand der Technik und unerwünscht sind, bietet die energetische Verwertung die Möglichkeit, den Energiegehalt der Abfälle zu nutzen und die enthaltenen Schadstoffe in konzentrierter Form zu erfassen und sicher abzulagern.

Der Heizwert von 1 kg gemischten Kunststoffabfällen liegt je nach Zusammensetzung zwischen denjenigen von Steinkohle und Heizöl. Kunststoffabfälle können somit einen wertvollen Ersatz- und Zusatzbrennstoff für industrielle Feuerungsanlagen darstellen. Die Art der dafür geeigneten Altkunststoffe und die notwendige Aufbereitung hängen von den Anforderungen der jeweiligen Feuerungsanlage ab.

In Müllverbrennungsanlagen leisten Kunststoffabfälle einen beträchtlichen Beitrag zum Heizwert des Mülls und ersparen somit eine Stützfeuerung v.a. bei nassen und heizwertarmen Abfällen. Die Verwertung von Altkunststoffen soll bevorzugt in Anlagen mit einem hohen Nutzungsgrad für die Verbrennungswärme erfolgen.


* "Eco-efficiency of recovery scenarios of plastic packaging", TNO Institut, Niederlande, Juli 2001

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