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Rohstoff Erdöl

Kunststoffe werden aufgrund der Tatsache, dass ihre Herstellung Erdöl verbraucht unter rein ökologischen Gesichtspunkten oft skeptisch beurteilt. Unter dem Gesichtspunkt einer möglichst effizienten Nutzung von Ressourcen, als wichtigem Kriterium auf dem Weg zur Nachhaltigkeit, ist ihre pauschale Ablehnung aber keineswegs gerechtfertigt.

Erdöl zählt unbestritten zu den wertvollen und knappen Rohstoffen. Es ist heute mit einem Anteil von 40 % am Weltenergieverbrauch der wichtigste Energieträger der Weltwirtschaft. Die derzeit bekannten Reserven an Erdöl betragen rund 150 Milliarden Tonnen. Bei Beibehaltung der aktuellen jährlichen Fördermenge von 3,5 Milliarden Tonnen reicht dieser Vorrat noch für etwas mehr als 40 Jahre. Energieexperten rechnen aber damit, dass der jährliche Ölverbrauch infolge des zunehmenden Bedarfes der Entwicklungsländer deutlich ansteigen wird.
In den sicheren Ölreserven von 150 Milliarden Tonnen sind Vorräte, die zwar bekannt sind, aber aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen heute nicht ausgebeutet werden, nicht enthalten. Zusätzlich geht man davon aus, dass es noch unbekannte Reserven gibt. Die Schätzungen über das Ausmaß dieser zusätzlichen Vorräte schwanken sehr stark: Konservative Schätzungen sprechen von ca. 80 Milliarden Tonnen, Optimisten von 5.500 Milliarden Tonnen, die in Ölschiefern, Ölsanden u.ä. gebunden sind.

Ungeachtet dieser Prognosen ist die Schonung und effiziente Nutzung der Ressource Erdöl wichtig, gerade unter dem Aspekt, den für den Übergang zu neuen Energie- und Rohstoffquellen notwendigen zeitlichen Spielraum zu schaffen.

Die aktuelle Verbrauchsstruktur für Erdöl zeigt die Dominanz der direkten Umwandlung von Erdöl in Energie: Sei es in Form von Wärme, elektrischem Strom oder Bewegungsenergie.
Lediglich ca. 12 % des Erdöls werden in der chemischen Industrie zur Herstellung von Produkten verbraucht und somit stofflich genutzt.

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