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Ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit gelangt der Begriff Nachhaltigkeit 1972 im Zusammenhang mit dem "Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" von Dennis Meadows. In seinem Buch "Die Grenzen des Wachstums" zeigt Meadows auf, dass bei anhaltendem Bevölkerungswachstum und Ressourcenverbrauch die Grenzen des zwar riesigen aber endlichen Systems Erde in wenigen Generationen erreicht sein werden. Das gilt für die Versorgung mit Rohstoffen, für landwirtschaftliche Flächen, für Wohnraum und für die Aufnahmefähigkeit für Abfälle. Das Buch versucht aufzuzeigen, dass der Lebensraum Erde bereits so stark genutzt wird, dass die Gefahr der Übernutzung und Zerstörung real besteht. Meadows fordert eine deutliche Effizienzsteigerung beim Energie- und Rohstoffverbrauch, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass diese Maßnahmen alleine nicht ausreichen werden. Im Nachfolgewerk "Die neuen Grenzen des Wachstums" stellt Meadows 20 Jahre später fest, dass die Annahmen in seinem ersten Bericht zwar zu pessimistisch waren, die Grenzen des Systems Erde in manchen Bereichen aber trotzdem deutlich näher gerückt sind. Allgemein bekannt wird der Begriff Nachhaltigkeit durch den sog. "Brundtlandbericht" der "Weltkommission für Umwelt und Entwicklung". Sie wird 1983 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen gegründet: Vor dem Hintergrund zunehmender Umweltbelastung und drohender Rohstoffknappheit tauchen erstmals Zweifel daran auf, ob Wachstum und Entwicklung gleichzusetzen sind. Die unter der Leitung von Gro Harlem Brundtland stehende Kommission soll ein weltweites "Programm des Wandels" formulieren und Vorschläge erarbeiten, wie Umweltprobleme gelöst und eine dauerhafte Entwicklung erreicht werden können. Der Abschlußbericht wird 1987 als sog. "Brundtlandbericht" veröffentlicht. In ihrem Vorwort weist Frau Brundtland darauf hin, dass die Umwelt nicht losgelöst von den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen existiert. Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung, technischer Fortschritt und die Bekämpfung der Armut finden in dieser Umwelt statt.Die in dem Bericht vorgestellte dauerhafte Entwicklung (In der deutschen Übersetzung wird "sustainable" mit "dauerhaft" übersetzt!) muss dafür sorgen, die Bedürfnisse der jetzt lebenden Menschen zu befriedigen, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können. Auf der UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro wird das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung zum entwicklungspolitischen Leitbild für die Unterzeichnerstaaten.