FCIO - Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs1045 Wien, Wiedner Hauptstraße 63
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Die Bedürfnisse der heute lebenden Bevölkerung an Kleidung und Textilien sind durch Naturfasern schon lange nicht mehr zu decken. 60% des weltweiten Faser- und Textilienbedarfes von 52 Millionen Tonnen/Jahr werden durch Fasern aus Kunststoffen gedeckt. Der dafür notwendige Ressourceneinsatz und die damit verbundenen ökologischen Auswirkungen sind im Vergleich zu Naturfasern gering.Besonders gilt das für die Baumwollproduktion, deren ökologische und soziale Auswirkungen gravierend sind. Der Intensivanbau in Monokulturen konkurriert unmittelbar mit der Nahrungsmittelproduktion um landwirtschaftliche Anbauflächen und Wasserressourcen, die in den geeigneten Klimazonen besonders knapp sind. Die für den Baumwollanbau notwendigen Standortbedingungen (feuchte Böden, heißes Klima, sehr hohe Feuchtigkeit zu Beginn der Vegetationsperiode, Trockenheit zur Reife- und Erntezeit) werden durch künstliche Bewässerung geschaffen. Die Herstellung von 1 kg Rohbaumwolle verbraucht im Durchschnitt 25.000 Liter Wasser (Maximalwerte liegen bei 40.000 Litern/kg). Der intensive Baumwollanbau verursacht Bodenerosion und Versalzung der Böden sowie massive Grundwasserbelastungen durch den erforderlichen, extrem hohen Dünger- und Pestizideinsatz. Der mit Ausnahme der USA vorwiegend in Ländern der Dritten Welt und Schwellenländern stattfindende Baumwollanbau hat auch nachteilige soziale Auswirkungen: Die devisenbringende Baumwolle wird oft auf bis zu 50% der Landwirtschaftsflächen zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion angebaut.Kunststofffasern sind in der Lage, den weiterhin steigenden Faserbedarf sicher zu decken. Sie schaffen durch diese Versorgungssicherheit auch die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Anbau von Baumwolle, in einem für die Umwelt und die betroffenen Menschen verträglichen Ausmaß, denn Baumwolle ist aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften aus dem Textilbereich nicht wegzudenken, v.a. als wertvolle Komponente für Mischgewebe.