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Kunststoffverpackungen - Mehrfachnutzen durch spezifische Materialeigenschaften

Verpackungsfolien aus Kunststoffen und Kunststoffverbunden ermöglichen es, durch die Anwendung spezieller Verpackungsmethoden die Haltbarkeit von Frischprodukten wie Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Gebäck deutlich zu erhöhen.

Die Haltbarkeit von Obst und Gemüse wird maßgeblich vom Sauerstoffgehalt in der Verpackung beeinflusst. Die Gasdurchlässigkeit von Kunststofffolien lässt sich so exakt festlegen, dass es gelingt, den Sauerstoffgehalt in der Packung so zu regulieren, dass das für die Haltbarkeitsverlängerung notwendige Niveau genau erreicht und gehalten wird. Mit Hilfe derartiger Verpackungen lässt sich die Haltbarkeit von Obst und Gemüse um bis zu 50% erhöhen.
Sinkt in der Umgebungsatmosphäre von Obst und Gemüse der Sauerstoffgehalt auf etwa 5%, so verlangsamt sich ihr "Stoffwechsel" und sie bleiben länger frisch. Sinkt der Sauerstoffgehalt unter 5%, entstehen anaerobe Bedingungen (< 1% Sauerstoff) und es setzt Gärung ein. Dadurch kommt es zum Verderben der Produkte, und es besteht die Gefahr des Wachstums von gesundheitsschädlichen Mikroorganismen.
Wird Frischobst oder -gemüse völlig dicht verpackt, kann es infolge ihres eigenen Stoffwechsels, bei dem sie Sauerstoff verbrauchen, zu anaeroben Bedingungen kommen. Verwendet man Verpackungsmaterial mit zu hoher Gasdurchlässigkeit, lässt sich die Umgebungsatmosphäre nicht modifizieren und darüber hinaus kommt es zum Austrocknen der Produkte.
Folien mit definierter und an den spezifischen Stoffwechsel der verpackten Produkte angepasster Sauerstoffdurchlässigkeit sorgen durch kontrollierten Gasaustausch für das gewünschte Absinken des Sauerstoffgehaltes zur Haltbarkeitsverlängerung, verhindern aber ein zu starkes Absinken in den anaeroben Bereich. Sie halten den Sauerstoffgehalt immer auf dem für die Haltbarkeit günstigen Niveau von ca. 5%.

Zur Verlängerung der Haltbarkeit von Fleisch, Fisch oder Gebäck kommen häufig Vakuumverpackungen sowie Verpackungen mit modifizierter Atmosphäre (MAP) zu Anwendung. Beim Verpacken unter modifizierter Atmosphäre werden die Verpackungen mit bestimmten Mengen von Kohlendioxid, Stickstoff und manchmal auch Sauerstoff befüllt und eine speziell zusammengesetzte Atmosphäre erzeugt, in der sich das jeweilige Lebensmittel besonders gut hält. Verbundfolien aus Kunststoffen mit besonders hoher Gasdichtheit, sogenannte Barrierefolien, sorgen dafür, dass die für die Haltbarkeit der jeweiligen Produkte maßgeschneiderte Umgebung der Lebensmittel - sei es nun das Vakuum oder die modifizierte Atmosphäre - möglichst lange erhalten bleibt.

Abhängig von den gewählten Materialien können derartige Barrieren sehr unterschiedliche Wirkungen zeigen: sie können zB dafür sorgen, dass kein Sauerstoff in die Verpackung und kein Wasserdampf aus der Verpackung gelangt. Es ist aber auch möglich die Barrieren so zu gestalten, dass kein Sauerstoff in die Verpackung eindringen kann, gleichzeitig aber der Abtransport von Kohlendioxid aus der Verpackung gefördert wird. Dies ist bei Produkten erforderlich, die durch Reifung Kohlendioxid erzeugen, wie z. B. Käse.

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Kontakt/Ansprechpartner
Dr. Johann Pummer
05 90 900 - 3372