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Kunststoffe, Kautschuk, Lacke, Klebstoffe sowie eine Vielzahl an weiteren chemischen Stoffen finden sich in einem modernen Auto. In Bewegung kommt ein herkömmliches Auto durch die älteste von Menschen erzeugte chemische Reaktion – die Verbrennung.
Gase für mehr Sicherheit im Auto Moderne Autos haben heute zumindest einen Airbag - auf der Fahrerseite im Lenkrad - eingebaut. Dieser bläst sich bei einem Zusammenstoß oder anderen Unfällen mit heftiger Stoßwirkung in Sekundenbruchteilen auf. Das geschieht mit einer kontrollierten Gasexplosion. Herzstück eines Airbags ist der Gasgenerator, der entweder im Lenkrad oder im Armaturenbrett beim Beifahrerairbag eingebaut ist. Melden die Crash-Sensoren dem Generator einen Unfall, dann wird eine Explosion ausgelöst, die meist in drei Stufen abläuft. Zuerst löst ein erhitzter Draht eine hoch empfindliche Primärladung aus. Diese zündet eine zweite Explosion, die so genannte Verstärkerladung. Dadurch entstehen Temperaturen von rund 800 Grad Celsius und ein Druck von 200 Bar. Unter diesen Bedingungen zündet der eigentliche Treibstoff, zumeist so genannte Komposittreibstoffe, die aus einer Mischung aus Kunststoffen und so genannten Oxidatoren bestehen. Innerhalb von wenigen Hundertstel Sekunden reagiert dieser Treibstoff zu rund 60 Litern Gas, das sich zum größten Teil aus Stickstoff, Wasserdampf und Kohlendioxid zusammensetzt. Das entstandene Gas bläst den Airbag auf und wird in kürzester Zeit aus dem Auto abgesaugt. Der Fahrerairbag hat ein Volumen von 60 bis 75 Litern, der Beifahrerairbag von 100 bis 140 Litern. Im Beifahrerairbag werden zumeist Hybridgasgeneratoren verwendet. Anstelle des Festtreibstoffes ist die benötigte Gasmenge in einem Druckgasbehälter gespeichert. Das komprimierte Gas besteht aus 98 % Argon und 2 % Helium und steht unter einem Druck von ca. 240 bar. Beim Auslösen des Airbags wird eine Membrane, die den Druckbehälter verschließt, durch das Treibmittel geöffnet und das Gas entfaltet den Luftsack. Der Beifahrerairbag löst später als der Fahrerairbag aus, da der Beifahrer einen weiteren Weg mit dem Kopf zum Airbag zurücklegt, bei ihm ist schließlich kein Lenkrad.
Ohne Chemie geht gar nichts Das breite Spektrum des Einsatzes von Chemie im Auto ist noch lange nicht erschöpfend behandelt. Motoröle, andere Schmiermittel und Bremsflüssigkeit sind ebenfalls chemische Produkte. Ebenso sind Klimaanlagen mit Chemie befüllt. Und last but not least: Petrochemische Erzeugnisse, also Benzin oder Dieseltreibstoff, sorgen dafür, dass unsere Automobile erst in Gang kommen. Aber auch Straßenbeläge sind Produkte der chemischen Industrie, genauso wie Straßenmarkierungen, die nicht nur der Orientierung, sondern vor allem der Verkehrssicherheit dienen.