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FCIO - Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
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Wieviel Kunststoff steckt in einem Auto?

Kunststoffe, Kautschuk, Lacke, Klebstoffe sowie eine Vielzahl an weiteren chemischen Stoffen finden sich in einem modernen Auto. In Bewegung kommt ein herkömmliches Auto durch die älteste chemische Reaktion der Menschheit – die Verbrennung.

Leichter und sicherer durch Kunststoff
 
Der Kunststoffeinsatz in Autos ist in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt heute im Durchschnitt bei ca. 100 Kilogramm pro Auto. Kunststoffe sind Werkstoffe nach Maß. Durch Variation von Zusammensetzung, Zusätzen und Synthesebedingungen entwickeln sie ein weites Spektrum von Eigenschaften. Einige hundert Teile des Autos sind aus Kunststoff gefertigt, wie z. B. Stoßstangen, Armaturenbrett, Dichtungsmassen, Abdeckungen der Lichter, Kabelisolierungen, Autositze, Sitzbezüge, Flüssigkeitsbehälter, Dach- und Seitenverkleidungen u. v. m.
 
Kunststoffe machen Autos leichter, sie bieten Korrosionsfreiheit, sicherheitsfördernde Nachgiebigkeit, eine gute Wärmedämmung, wirken geräuschdämpfend und bieten optimale Raumausnützung. Aufgrund der guten Formbarkeit können z. B. Flüssigkeitsbehälter nach dem vorhandenen Platzangebot angefertigt werden. In der Verarbeitung sind Kunststoffe Metallen überlegen. Auch komplizierte Teile lassen sich mit wenigen Werkzeugen bearbeiten und herstellen.
 
Einige Kunststoffe sind qualitativ besonders hochwertig. Diese Hochleistungskunststoffe können im Fahrzeugbau im großen Umfang Metalle ersetzen. Herausragende Eigenschaften haben kohlefaserverstärkte Kunststoffe. Diese Materialkombination ist extrem leicht und hält ganz besonders hohe mechanische Belastungen aus. Zum Einsatz kommt dieser Verbundstoff beispielsweise auch in der Formel 1 und im Flugzeugbau.
 
Im Durchschnitt lässt sich durch den Einsatz von Kunststoffen in modernen Autos ca. 100 bis 200 kg Gewicht pro Auto einsparen. Ist ein Auto leichter, benötigt es für den Betrieb weniger Treibstoff. 100 kg weniger Gewicht bedeutet, dass man für 100 Kilometer mindestens einen halben Liter weniger Treibstoff braucht. Weniger Treibstoff zu verbrauchen heißt auch, dass weniger Abgase ausgestoßen werden und dass Erdöl eingespart werden kann.
 
Für die Herstellung der Kunststoffe benötigt man zwar auch Erdöl, aber viel weniger als man durch das leichte Gewicht sparen kann. Im Laufe eines durchschnittlichen „Autolebens“ spart man auf alle Fälle ca. 540 Liter Treibstoff. Allein in Österreich liegt die Menge des auf diese Weise nicht verbrauchten Treibstoffes bei mindestens 200 Millionen Litern Treibstoff pro Jahr.

Ohne Chemie geht gar nichts
 
Das breite Spektrum des Einsatzes von Chemie im Auto ist noch lange nicht erschöpfend behandelt. Motoröle, andere Schmiermittel und Bremsflüssigkeit sind ebenfalls chemische Produkte. Ebenso sind Klimaanlagen mit Chemie befüllt. Und last but not least: Petrochemische Erzeugnisse, also Benzin oder Dieseltreibstoff, sorgen dafür, dass unsere Automobile erst in Gang kommen.
 
Aber auch Straßenbeläge sind Produkte der chemischen Industrie, genauso wie Straßenmarkierungen, die nicht nur der Orientierung, sondern vor allem der Verkehrssicherheit dienen.

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