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FCIO - Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
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Wieviel Klebstoffe stecken in einem Auto?

Kunststoffe, Kautschuk, Lacke, Klebstoffe sowie eine Vielzahl an weiteren chemischen Stoffen finden sich in einem modernen Auto. In Bewegung kommt ein herkömmliches Auto durch die älteste von Menschen erzeugte chemische Reaktion – die Verbrennung. 

Geklebt hält besser
 
In der Automobilindustrie ist Kleben zu einer Schlüsseltechnologie geworden, die andere Fügetechnologien mehr und mehr ersetzt. Ein Auto enthält heute rund 15-18 Kilogramm Klebstoff. Klebstoffe halten die Karosserie eines Autos auch bei hohen Geschwindigkeiten und unebenen Straßen sicher zusammen. Geklebte Autos schneiden im Crashtest allgemein besser ab als geschweißte, daher werden sowohl Motor- als auch Karosserieteile geklebt. Moderne Klebstoffsysteme sind somit zu einem Sicherheitsfaktor in der Automobilindustrie geworden.
 
Ein Klebstoff verbindet, ohne die Fügeteile zu beeinträchtigen. Anders beim Schweißen: Durch die Erwärmung werden die spezifischen Eigenschaften des Werkstoffes verändert. Beim Nieten oder Schrauben werden Löcher gebohrt, die die Fügeteile verletzen und damit schwächen.
 
Auch direkt eingeklebte Front- und Heckscheiben erhöhen die Steifigkeit von Karosserien und erlauben die Konstruktion von Fahrzeugen, die mit niedrigen CW-Werten zu einer erheblichen Energieeinsparung beitragen.
 
Selbst Motoren sind bei 5.000 Umdrehungen mit Klebstoff verlässlich verbunden. Da in Motoren extreme Temperaturen entstehen, wurden speziell wärmehärtende Klebstoffe entwickelt, womit z. B. Laufbuchsen in Dieselmotoren geklebt werden.
 
Zur Befestigung von Innenverkleidungen an Autotüren benötigt man Klebstoffe, die unter Druck abbinden. Die Werkstücke können so in rationeller Arbeitsweise erst mit dem Klebstoff beschichtet und später zusammengefügt werden. Beim Pressen wird der Haftklebstoff fest und verbindet Kunststoff sicher mit Metall. Dies spart Zeit und Geld bei der Montage. Die Anwendung von 2-Komponenten-Klebstoffen erlaubt die Klebung von Bodenplatten aus Faserverbundstoff auf Aluminiumkarosserien. Dadurch werden gegenüber herkömmlichen Fügeverfahren 10 % Gewicht eingespart.

Ohne Chemie geht gar nichts
 
Das breite Spektrum des Einsatzes von Chemie im Auto ist noch lange nicht erschöpfend behandelt. Motoröle, andere Schmiermittel und Bremsflüssigkeit sind ebenfalls chemische Produkte. Ebenso sind Klimaanlagen mit Chemie befüllt. Und last but not least: Petrochemische Erzeugnisse, also Benzin oder Dieseltreibstoff, sorgen dafür, dass unsere Automobile erst in Gang kommen.
 
Aber auch Straßenbeläge sind Produkte der chemischen Industrie, genauso wie Straßenmarkierungen, die nicht nur der Orientierung, sondern vor allem der Verkehrssicherheit dienen.

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