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Wie funktioniert eine Schutzimpfung?

Die Entwicklung der Impfungen beruht auf der Beobachtung, dass Personen, die eine Infektionskrankheit durchgemacht haben, bei einem neuerlichen Kontakt mit demselben Krankheitserreger nicht mehr erkranken. Die durchgemachte Erkrankung hat im Körper eine Erinnerung hinterlassen. In ähnlicher Weise löst die Impfung mit einem Erreger eine Schutzreaktion im Körper aus.

Aktive versus passive Immunisierung

Bei der aktiven Immunisierung muss der Körper eine aktive Leistung zu Stande bringen. Er muss mit Substanzen „kämpfen“, die in ursprünglicher Form krank machend sind. Diese Substanzen werden für die Impfung so abgeschwächt, dass sie zwar nicht schaden, aber zur Bildung zielgerichteter Abwehrstoffe - so genannter Antikörper - anregen. Um ausreichend Antikörper bilden zu können, braucht es einige Zeit, aktive Impfungen wirken daher meist nicht sofort. Bei manchen Krankheitserregern braucht es mitunter mehrere Teilimpfungen, bis ein ausreichender Schutz erreicht ist. Damit das Gelernte nicht vergessen wird, müssen in weiterer Folge immer wieder Auffrischungsimpfungen durchgeführt werden.

Bei einer passiven Impfung werden die gegen die jeweilige Erkrankung notwendigen Abwehrstoffe zugeführt. Diese Stoffe neutralisieren die Krankheitserreger und die Erkrankung kann damit vermieden werden. Allerdings hat die passive Immunisierung zwei Schwächen: Sie wirkt nur ganz kurz, meist nur wenige Wochen, und bei vielen Erkrankungen existieren einfach keine Präparate mit Abwehrstoffen bzw. ist deren Wirkung nicht ausreichend.

Bei manchen Krankheitserregern kann man die beiden angeführten Methoden - also aktive und passive Immunisierung - gleichzeitig einsetzen, wie z. B. bei der Zeckenimpfung nach einem Zeckenbiss oder bei der Tetanusimpfung nach einer Verletzung.

Auffrischungsimpfung vergessen - was nun?

Um den vollen Impfschutz zu erhalten, sind bei vielen Impfungen Auffrischungsimpfungen vorgesehen. So sollten beispielsweise bei der Zeckenschutzimpfung zwischen der zweiten und der dritten Impfung 9 - 12 Monate liegen. Das maximale Intervall kann allerdings bei bis zu acht Jahren liegen, ohne dass man mit der Grundimmunisierung wieder von vorne - also mit der ersten Impfung - beginnen muss.

Leider bedeutet das aber nicht, dass innerhalb dieses Zeitraumes der volle Impfschutz aufrecht ist. Es bedeutet lediglich, dass unser Organismus sich „gemerkt“ hat, auf die Krankheitserreger mit der Bildung von Antikörpern zu reagieren. Sind auch die maximalen Intervalle überschritten, so empfiehlt es sich, mit der Grundimmunsierung von vorne zu beginnen. Hat man seine Impfkarte verloren, kann sich aber an mehrere Impfungen erinnern, so ist es im Einzelfall sinnvoll, durch eine Blutabnahme die bestehende Immunität abzuklären.

 
Rückfragen an:   Dr. Corinna Martin
Telefon:   05 90 900 - 3364
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