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Grünspan ist genau genommen das Kupfersalz der Essigsäure. Das hatte früher einmal deswegen (negative) Bedeutung, weil angeblich manch böse Ehefrau ihrem Ehemann den mit Essig marinierten Salat in Geschirr aus Messing vorgesetzt und den armen Mann damit schleichend vergiftet hat. Mit dem Schweiß der Hände dürfte sich jedoch eher Kupfercarbonat bilden, was bezüglich der gesundheitsschädlichen Eigenschaft jedoch wiederum kaum einen Unterschied macht.
Zu beachten ist jedoch die Unterscheidung zwischen der Stoffeigenschaft (gesundheitsschädlich) und einer tatsächlichen Wirkung, die von der in den Körper aufgenommenen Menge (unter Fachleuten Exposition genannt) abhängt.
Kuper ist eines der Paradebeispiele für die verschiedenen, manchmal ziemlich gegensätzlichen Wirkungen von Stoffen. In geringen Mengen ist Kupfer (in Form eines Salzes) ein essentielles Spurenelement. Der tägliche Bedarf beträgt 1 - 2 Tausendstel Gramm pro Tag. Kupfermangel führt zu Wachstumsstörungen bei Kindern und schwächt das Immunsystem des Erwachsenen. Wasserleitungen im Haus bestehen häufig aus Kupfer. Der Gehalt im Trinkwasser soll aber 0,05 Tausendstel Gramm pro Liter nicht übersteigen.
Kupfersalze wirken auf Kleinlebewesen (Algen, Pilze, Bakterien) tödlich (daher lange Zeit der Einsatz als Pflanzenschutzmittel, Stichwort Kupfervitriol). Wasserleitungen aus Kupfer leiden daher auch nicht unter Algenbewuchs.
In größeren Mengen (mehrere Gramm) sind Kupfersalze auch für Menschen akut gesundheitsschädlich. Diese Mengen können jedoch nur unter äußerst widrigen Umständen zusammenkommen, wie zB. bei der oben erwähnten Verwendung von kupferhältigen Geschirren für saure Speisen.
Die Verwendung von Instrumenten aus Messing wird kaum dazu führen können, dass gesundheitsschädliche Mengen an Kupfer in den Körper gelangen können. Die Haut besitzt einen pH-Wert bei dem Kupfercarbonat weitgehend unlöslich ist. Das ist auch die Voraussetzung dafür, dass es als grünes Pigment auf Ihren Händen erhalten bleibt. Händewaschen vor den Mahlzeiten hilft jedoch in jedem Fall, jegliches vorhandene Risiko vernachlässigbar werden zu lassen.